No Borders

Seit einigen Tagen sind wir wieder zurück in der Schweiz. Hier erscheint uns jetzt alles sehr surreal. In Athen durften wir wunderschöne Erfahrungen sammeln,die wir nie vergessen werden. Wir haben Menschen getroffen, die zu guten Freunden wurden. Während diesen Tagen haben wir viel gelernt und es ist schwierig, diese Erlebnisse jemandem, der nicht etwas Ähnliches erlebt hat, zu schildern.

Wir lernten etwas simples, dass im Grundsatz aber sehr wichtig ist:
Grenzen existieren nicht von Natur aus, sondern werden von Menschen gemacht; von unserem Misstrauen und unserem Unwissen.

Die Flüchtlinge konnten uns meistens nicht verstehen. Doch immer wenn wir lächelten, lächelten sie zurück und umgekehrt. Wir konnten uns mit einem einzigen Lächeln mehr sagen, als es Worte könnten.

Die Flüchtlinge in Elliniko II waren trotz allem immer noch voller Hoffnung. Die Kindern lachten und spielten. Es schien beinahe so, als ob ihnen nichts Sorgen bereiten würde. Es war schön zu sehen, dass die Kinder trotz allem noch Kinder waren.
chreisli

gompe

Wir lernten noch etwas anderes: anderen zu helfen, hilft einem selber. Konstantinos hat vor einigen Jahren zwar seinen Job verloren, baute aber ein Netzwerk von “social kitchens” und Solidariät auf. Wir haben selten so selbstlose und zufriedene Menschen angetroffen, wie ihn. Die Griechen sprühen vor Leben und sind sehr hilfsbereit. Es war toll zu sehen, wie gross die Solidarität gegenüber den Flüchtlingen trotz den eigenen Problemen war.

Nebst den schönen Treffen mit den Flüchtlingskindern von Elliniko II, erlebten wir auch eine hoffnungslosere Situation. Das Zeltlager in Piräus war still und die Verzweiflung war spürbar. Die Kinder lachten zwar immer noch und die Erwachsenen grüssten uns freundlich. Doch hinter ihrem Lächeln versteckte sich Kummer. Die Touristensaison beginnt bald und in Athen werden die Flüchtlingslager geräumt. Das ist verständlich, da Griechenland das Geld des Tourismus’ dringend braucht. Doch was soll mit all den Flüchtlingen passieren? Niemand wusste wirklich, was als Nächstes geschehen soll und niemand wollte darüber reden. Die Flüchtlinge werden von einem Camp zum Nächsten geschoben, von einer hoffnungslosen Situation in die nächste…

Wir sind dankbar für die Tage in Athen; sie öffneten unsere Augen und wir sehen einige Dinge anders als zuvor. Wir realisierten, wie wertvoll ein Lächeln für jemanden ist, der sich die meiste Zeit abgewiesen fühlt, und wir durften an unserem eigenen Leib erfahren, dass Grenzen zwischen einzelnen Menschen nicht existieren, wenn man sie nicht erschafft.
Es ist schwierig zu beschreiben, wie wir uns fühlen. Wir haben Dinge gesehen, die unbeschreiblich oder zu wertvoll sind, um sie in Worte zu fassen. Aber wir werden einen Weg finden, diesen Menschen zu helfen, einen Weg, wie wir etwas bewirken können. Wir können euch vielleicht nicht mit Worten sagen, wie wir uns verändert haben, doch wir hoffen, dass wir es durch unsere Hartnäckigkeit und unsere Handlungen in dieser Welt zeigen können.

Das Wichtigste, das wir von dieser Reise nach Hause mitgenommen haben, ist:
Die Menschen, die wir trafen, kommen von einem anderen Land und sprechen eine andere Sprache als wir; sie glauben an einen anderen Gott und beten gen Osten; sie haben einen anderen Sinn für Humor und ihre Frauen zeigen ihr Haar in der Öffentlichkeit nicht. Trotzdem sind sie nicht so anders als wir. Sie wollen an einem sicheren Ort wohnen; sie wollen glücklich und friedlich leben und sie wollen mit ihren Liebsten zusammen sein und lachen, so wie wir alle auch.
Es sind nicht sie oder wir, weil schlussendlich sind wir alle Menschen.

 

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Wir hoffen, dass wir in Zukunft keine Grenzen erschaffen, sondern sie überwinden werden.

Alles Liebe,

 

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