Der Terror heute nennt sich “IS”

Paris, Brüssel, Nizza. Was vorgestern in München geschah löst eine weitere Welle des Schockes aus. Gewalt und Terror sind überall präsent, wir müssen nicht nach Syrien, Afghanistan oder Irak gehen. In München geht die Polizei momentan von einem Amoklauf eines Einzeltäters aus, ohne Verbindung zum IS.
Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien, Irak und Afghanistan. Sie werden in ihren Heimatländern aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder aufgrund einer politischen Überzeugung verfolgt und getötet. Auch Samin, der in einem kleinen Dorf in Afghanistan aufwuchs, erzählte uns davon. Er ist Hazara und wird aus diesem Grund, wie Millionen andere auch, von den Taliban und den Pashtun unterdrückt und verfolgt. Die Hazara gehören einer Minderheit an und leiden seit langem unter Diskriminierung und Verfolgung. Sie gehören zu den ärmsten Menschen in Afghanistan.

Vor zwei Tagen kam es in der afghanischen Hauptstadt Kabul während einer friedlichen Demonstration der Hazara zu einer Explosion. Die Minderheit demonstrierte gegen ihre Diskriminierung und die Umleitung einer Stromleitung. Die Hazara befürchteten durch die Umleitung der neuen Stromstrasse nicht davon profitieren zu können und werfen der Regierung vor, so ihre soziale und wirtschaftliche Benachteiligung zu festigen.

kabul
Doppelanschlag in Kabul

http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/islamischerstaat/sn/artikel/entsetzen-ueber-is-doppelanschlag-in-kabul-mit-vielen-toten-206216/

Unter der Führung der Taliban begann für die Bevölkerung ein Schreckensregime. Die Hazara gehören zu den meist Verfolgten; von den Extremisten der Terrororganisation IS werden die Hazara als Ungläubige angesehen.

 

Der „Islamische Staat“ ist eine Terrororgainisation, die aus dem irakischen Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida hervorgegangen ist. In den vergangenen Jahren hat der IS grosse Gebiete in Syrien und im Irak erobert. Die Stärke des IS ist die Schwäche der Gegner: Sie sind zerstritten und bekämpfen sich gegenseitig. Der IS nutzt die Bürgerkriege im Irak und in Syrien, um sich eine Machtbasis zu schaffen. Derzeit haben Syrien und Irak keine schlagkräftigen Nationalarmeen mehr.

2003 wird Zarqawi zum Verbündeten von al-Qaida-Chef Osama Bin Laden und sein Mann im Irak. Ab Oktober nennen sich Zarqawis Männer „al-Qaida im Irak“.  2005 wird die Miliz zum Magneten für Dschihadisten aus aller Welt. Sie reisen in den Irak um sich Zarqawi an zu schliessen. Aber auch im Irak selbst mangelt es nicht an Rekruten: Nach dem Einmarsch der USA werden Armee, Geheimdienste und Ministerien aufgelöst, tausende sind ohne Lohn, viele von ihnen schliessen sich den Dschihadisten an.

Im Juni 2006 wird Zarqawi durch einen US- Luftangriff getötet. Omar al-Baghdadi wird neuer Anführer. Der al-Qaida-Ableger nennt sich jetzt „Islamischer Staat im Irak“ (ISI) und terrorisiert das Land mit einer Anschalgswelle.

2010 kommt der ISI-Chef Abu Omar al-Baghdadi bei einem Luftangriff der USA ums Leben. Neuer Chef wird Abu Bakr al-Baghdadi.

Im März 2011 bricht in Syrien ein Bürgerkrieg aus. Die ISI-Führung schickt ihre Kämpfer nach Syrien, wo sie einen neuen al-Qaida-Ableger gründen, die Nusra-Front.

2013 verkündet al-Baghdadi den Zusammenschluss beider Gruppen zum „Islamischen Staat in Irak und Syrien“ (ISIS). Dies führt zu einem strategischen und ideologischen Bruch mit der al-Qaida und infolge dessen zur Abspaltung. 2013 erobern ISIS-Kämpfer die Provinzstadt Rakka und erklären sie zu ihrer Hauptstadt.

2014 erobert der ISIS innert weniger Tagen mehrere irakische Städte, darunter die zweitgrösste Stadt Mossul. Mit der Eroberung Mossuls sichert sich der ISIS viele Kriegsräte und mehrere 100 Millionen US-Dollar aus der Zentralbank. Am 29.Juni 2014 verkünden sie, dass sie ihren Anführer Abu Bakr al-Baghdadi zum Kalifen bestimmt haben und sich selbst jetzt als Staatsmacht sehen. Der ISIS nennt sich als Organisation selber nur noch “Islamischer Staat” (IS).

zwei

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_71408220/guerilla-truppe-weisses-leichentuch-macht-jagd-auf-is.html

Der IS herrscht mit grosser Grausamkeit. Widersacher und Gefangene werden exekutiert, Verstösse gegen den Koran hart bestraft, aus strategischen, demütigenden und propagandatechnischen Gründen lässt man Geiseln vor laufender Kamera enthaupten und verbreitet die Videos weltweit.

Mehrere Attentäter in westlichen Ländern haben sich auf den IS berufen – obwohl sie niemals im Irak oder Syrien waren und keinerlei Kontakt zum IS hatten.

Wir sind nun alle in irgendeiner Weise im Kampf gegen den IS beteiligt. Unsere Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Opfer der letzten Anschläge in Niza, München und Kabul.

Alles Liebe,

Jil&LaraB

 

Quellen:

http://www.tagesschau.de/ausland/kabul-explosion-107.html http://daserste.ndr.de/beckmann/sendungen/Die-Entstehung-des-Islamischen-Staates,is134.html http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-alles-wichtige-zum-is-a-1042664.html
http://timesofindia.indiatimes.com/india/IS-rival-al-Qaida-may-target-India/articleshow/49900295.cms

 

 

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