Warum sie zu uns kommen

Im vergangenen Jahr (2015) versuchten mehr als eine Million Menschen nach Europa zu flüchten. Beinahe 4‘000 Menschen kamen dabei ums Leben. Sie haben bei uns einen Krisenzustand und das Gefühl von Überforderung ausgelöst. Es sind zu viele. Man kann sie nicht alle aufnehmen. Wo soll man denn überhaupt anfangen? Das sind Fragen, die unsere Politiker und Regierung und auch uns selber tagtäglich beschäftigen. Alle sind sie Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen bei uns Sicherheit suchen.
Doch weshalb kommen sie eigentlich zu uns?
Die Fluchtgründe von Samim aus Afghanistan durften wir bereits erfahren. In diesem Beitrag geht es nun darum im Allgemeinen die Wanderungsursachen von Menschen zu erläutern.

Menschen flüchten im Grundsatz aus Gründen wie Verfolgung wegen „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung“ (UNHCR, Genfer Konvention, 1951). Weiter gibt es Umwelt-, Kriegs- und Elends- bzw. Wirtschaftsflüchtlinge.

Weil die meisten Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kommen, werden wir in diesem Blog die Ursachen für ihre Flucht bzw. Wanderung etwas genauer zu erklären versuchen.

gitter

1980 marschierten in Afghanistan die sowjetischen Truppen ein. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung verliess das Land und flüchtete vor allem nach Pakistan und in den Iran. Etwa 20 Jahre später sind fast 5 Millionen Flüchtlinge wieder nach Afghanistan zurückgekehrt. Allerdings ist die von der Bevölkerung anfänglich als erlösende Taliban zu etwa Dreiviertel daran schuld, dass die Zahl der verletzten oder getöteten Zivilisten wieder stark angestiegen ist. Ein weiteres Problem ist, dass die ausländische Hilfe eingeschränkt ist, weil Angriffe auf die Helfenden zugenommen haben.

Seit 2011 befindet Syrien sich im Krieg. Die Bevölkerung wird von der Assad-Regierung wie auch von regierungsfeindlichen Gruppen, vor allem der Terrororganisation „Islamischer Staat“ „in Geiselhaft genommen und systematisch von der Versorgung mit Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung abgeschnitten.“ (Luft, 2016, S. 26 – 27) Durch die ökonomische Krise im Land, steigende Nahrungsmittelpreise und eingeschränkte Einkommensmöglichkeiten können ungeschützte Familien aufgrund aufgebrauchter Ressourcen und leidende Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit ihre Existenz (vor allem Nahrungsmittelbedarf) nicht mehr ausreichend sichern.

„Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung“ wurden von der UNHCR als grundlegende Auslöser für die Flucht so vieler Syrer im Jahre 2015 genannt. Kurz gesagt, die Menschen in Syrien haben keine Perspektiven mehr.

Im Irak gab es seit 35 Jahren keine längere Zeit des Friedens mehr. Die Bevölkerung musste 3 Irak-Kriege erleben, erlitt aufgrund Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen Hunger und hatte mit unzureichender medizinischer Versorgung zu kämpfen und verlor rund 160‘000 Menschen an den Bürgerkrieg. Mehr als 8 Millionen der irakischen Bevölkerung braucht humanitäre Hilfe. Ungefähr ein Fünftel der Iraker hat keinen Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Auch hier haben bewaffnete Gruppen, vor allem der „Islamische Staat“ einen Grossteil des Leids der Bevölkerung auf ihr Konto zu schreiben. Seit Anfang 2014 sind ca. 8.5% der irakischen Bevölkerung aus ihrem Land vertrieben worden.

fraumitbaby

Laut UNHCR sind von der internationalen Flüchtlingskrise ab dem Jahre 2015 etwa 60 Millionen Menschen international betroffen.  Die Menschen an unseren Grenzen suchen grösstenteils nach Sicherheit und Stabilität in einem Staat. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft ihrer Kinder, sie wollen überleben. Für uns hier ist es, unserer Meinung nach, von Bedeutung, dass wir versuchen, zu verstehen weshalb sie, die Flüchtlinge, zu uns kommen und „uns Probleme bereiten“. So können wir uns gegenseitig besser verstehen, zusammenarbeiten und akzeptieren. Das soll auch das Ziel dieses Blogs sein. Er soll Bewusstsein und Verständnis schaffen.

 

Alles Liebe,

cropped-jillarab.jpg

 

Quellen: Die Flüchtlingskrise. Ursachen, Konflikte, Folgen; Stefan Luft, 2016
UNHCR

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s